Im Haber-Bosch-Verfahren reagiert Stickstoff mit Wasserstoff zu Ammoniak.Mit dem Wissen aus der letzten Lektion (Stoffmengenverhältnis bestimmen) sind wir jetzt aber bestens vorbereitet auf diese Fragen. Wir gehen die Kurzfassung aber nochmal an der entsprechenden Stelle durch.
- a) Formulieren Sie die Reaktionsgleichung.
- b) Wie viel Gramm Ammoniak entstehen bei der Reaktion von 1,5 kg Wasserstoff?
- c) Wie viel Liter Stickstoff werden bei der Reaktion umgesetzt, wenn Sie ein molares Volumen (Volumen von einem Mol dieser Substanz) von 22,4 L für Stickstoff annehmen?
- d) Wie viel Gramm Ammoniak entstehen aus 2 kg Wasserstoff bei 60%iger Ausbeute?
- e) Wie hoch ist die Ausbeute in %, wenn aus 1kg Stickstoff 0,8 kg Ammoniak entstehen?
a) Reaktionsgleichung aufstellen
Das richtige Schema zum Aufstellen von Reaktionsgleichungen wie dieser lernen wir erst im Kapitel zu den Redoxreaktionen. Diese Reaktionsgleichung ist aber sehr leicht, weshalb wir sie auch intuitiv aufstellen können.Stickstoff (N2) reagiert mit Wasserstoff (H2) zu Ammoniak (NH3). Die Summenformeln sollten dir bekannt sein.
Wir beginnen mit einer einfachen Aufstellung der Edukte (links) und Produkte (rechts).
b) Massenausbeute über Stoffmengenverhältnis ermitteln
Nun brauchen wir das Wissen aus der Lektion zur Bestimmung des Stoffmengenverhältnisses. Die Stoffmengenverhältnisse lassen sich aus der Reaktionsgleichung nach dem einfachen Schema bestimmen. Aufgrund der Aufgabenstellung müssen wir Wasserstoff und Ammoniak ins Verhältnis setzen.Die molare Masse von H2 ermitteln wir aus dem PSE. Wasserstoff hat eine molare Masse 1,01 g/mol. Doch Achtung: Das gilt für ein einzelnes Wasserstoff-Atom! Da wir ein Wasserstoff-Molekül H2 vorliegen haben, müssen wir diesen Wert mal zwei nehmen. Die molare Masse von Wasserstoff beträgt also M(H2) = 2,02 g/mol.
Aus der letzten Lektion zur Stoffmenge und molaren Masse wissen wir nun, dass man die Masse m aus der Stoffmenge n und der molaren Masse M wie folgt berechnet:
c) Volumenausbeute berechnen
Hier ist nach einem Volumenverbrauch gefragt. Hierfür müssen wir erstmal berechnen, welche Stoffmenge an Stickstoff verbraucht wird. Wir stellen das Stoffmengenverhältnis zu Ammoniak auf, wir könnten aber genauso gut das Verhältnis von Stickstoff zu Wasserstoff aufstellen. Nach dem Standardschema und der obigen Reaktionsgleichung ergibt sich:Jetzt ist nicht gefragt, wie viel diese 247,6 mol wiegen (wie bei Aufgabe b)), sondern welches Volumen diese 247,6 mol einnehmen. Dafür müssten wir wissen, welches Volumen denn 1 mol Stickstoff einnimmt. Diese Größe haben wir in der Aufgabenstellung gegeben: Für das molare Volumen soll ein Wert von Vm = 22,4 L/mol angenommen werden. Wir rechnen also einfach:
d) Ausbeute berücksichtigen
Die Ausbeute einer chemischen Reaktion beschreibt, wie viel Prozent von unserem Edukt zu unserem Produkt reagiert sind. Hierbei müssen wir darauf achten, dass wir uns stets auf die Stoffmengen, und nicht auf die Massen, beziehen.Es gilt auch hier wieder das Stoffmengenverhältnis zu beachten. Wenn ich 1 Mol an Edukt habe, so heißt das nicht automatisch, dass 1 Mol Produkt bei 100%iger Ausbeute entstehen. Wie viel Mol bei 100 % Ausbeute entstehen, hängt nämlich auch von der Reaktionsgleichung bzw. des Stoffmengenverhältnisses ab.
Deshalb müssen wir zum Lösen dieser Aufgabe folgendermaßen vorgehen:
- Ermitteln des Stoffmengenverhältnisses von Wasserstoff zu Ammoniak
- Berechnen, welcher Stoffmenge 2 kg Wasserstoff entsprechen
- Mit Hilfe des Stoffmengenverhältnisses ausrechnen, wie viel mol Ammoniak bei vollem Umsatz entstehen
- Die Stoffmenge von Ammoniak mit der prozentualen Ausbeute verrechnen
- Diese Stoffmenge in die Masse umrechnen
Wenn du die Schritte 1-3 befolgst, solltest du auf eine Stoffmenge von n(NH3) = 660,1 mol kommen. Diese 660,1 mol entsprechen einer Ausbeute von 100 %. Wir haben aber in diesem Fall nur eine 60 %ige Ausbeute. Folglich müssen wir diese Stoffmenge mit 0,6 multiplizieren, um auf die Lösung zu kommen.
e) Ausbeute berechnen
Wenn in der Chemie von Ausbeute geredet wird, ist eigentlich immer die Stoffmengenausbeute gemeint. Das heißt, man berechnet, wie viel Mol Produkt im Verhältnis zu der Stoffmenge des Edukts herausgekommen sind, wie schon bei Aufgabe d) erklärt. Es gibt auch die Massenausbeute, welche sich auf die erhaltene Masse des Produkts, im Verhältnis der maximal möglichen Masse an Produkt, bezieht.Zum Berechnen der Ausbeute verwendet man die intuitive Formel
Auf einem Blick...
Ausbeute und Umsatz
- Zum Berechnen der Ausbeute, muss das Stoffmengenverhältnis berechnet werden können
- Mit der Ausbeute einer Reaktion ist in der Regel die Stoffmengenausbeute gemeint
- Es gilt: `Ausbeute=frac{n(Produkt)}{n(Edukt)}*100%`
Referenzen
1. E. Riedel, C. Janiak in Anorganische Chemie, Vol. 8, de Gruyter, Berlin/ New York, 2011.
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